Bibliothek

Die Bibliothek der Bundeskunsthalle steht allen Besucherinnen und Besuchern des Hauses zur Verfügung – kunstinteressierten Laien genauso wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Sie ist Arbeitsbibliothek für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses und Forschungsbibliothek für die öffentliche Nutzung. 1992 mit wenigen hundert Büchern eröffnet, verfügt die Bibliothek mittlerweile über mehr als 50000 Medien (Bücher, Zeitschriften, Filme).

Nicht alles hat im Lesesaal Platz, die Buchgruppen M, F, und Y sowie ältere Zeitschriftenjahrgänge sind magaziniert. Allgemeine Nachschlagewerke und K (Kunst) können direkt am Regal eingesehen werden. Medien aus dem Magazin können ebenfalls am selben Tag eingesehen bzw. ausgeliehen werden, wenn die Bestellung bis 11 Uhr vorliegt (auch per E-Mail).

Im Lesesaal stehen Besucherinnen und Besuchern Internetplätze, Scanner und Audiokabinen sowie die wichtigsten kunsthistorischen Datenbanken zur Verfügung.

Alle Medien sind in einem elektronischen Bibliothekskatalog (Web-OPAC) erfasst. Bei Fragen hilft Ihnen das Bibliotheksteam gern weiter, auch per Mail oder telefonisch.

Neu: Ab sofort steht allen Besucherinnen und Besuchern der Bibliothek ein kostenloser WLAN-Zugang zur Verfügung!

Lyrikempfehlungen 2020

In Zeiten von Corona ist es höchste Zeit, wieder mal ein Gedicht zu lesen, haben wir uns gedacht. Verdichtete Sprache, weites Denken, Gefühle klickern wie Murmeln, eine stößt die andere an. Der Geist fliegt frei, das Herz kann atmen …

Keine Angst, wir möchten Sie hier nicht mit unseren eigenen Gedichten bombardieren. Stattdessen stellen wir in loser Folge aktuelle Lyrikbände vor, die von einem Gremium aus zehn Lyrikexpert*innen ausgewählt wurden: die Lyrikempfehlungen 2020.

Insgesamt sind es zehn deutschsprachige und zehn ins Deutsche übersetzte Lyrikbände, die von Anfang 2019 bis März 2020 veröffentlicht wurden. Eigentlich sollten sie bei der Leipziger Buchmesse im März 2020 vorgestellt werden, aber auch die musste abgesagt werden.

Zahlreiche Buchhandlungen und Bibliotheken – darunter auch wir – beteiligen sich an der Aktion und präsentieren die prämierten Lyrikbände. Unter den ausgewählten Dichter*innen sind auch Spoken Word- und Performance-Künstler*innen. Die Präsentation findet wegen der Corona-Pandemie zurzeit nur digital statt. Aber Sie können bei Ihrer örtlichen Buchhandlung alle Titel bestellen und meist nach spätestens 24 Stunden abholen.

Rezensionen

Philipp Luidl – das Wort beim Wort genommen

Philipp Luidl – das wort beim wort genommen
Maro, Augsburg 2019, 176 Seiten, 20 Euro

Heute lese ich den ganzen Tag nur Gedichte von Philipp Luidl, einem der ruhigeren und stilleren unter den Dichtern der Lyrikempfehlungen 2020. Er rast nicht vor Wut und Leben wie Koleka Putuma, sondern er zirkelt sauber kleine Worte ab, ohne Punkt, ohne Komma und meist klein geschrieben. Manche seiner Gedichte sind ganz klar und leicht verständlich, wie das Kreuz:

NACHTS in augenhöhe
das kreuz an der wand

Vom strassenlicht
dem fenster abgeschaut

Das einzige
in meinem haus

Das der morgen
wieder abhängt

Nachts sieht er den Schatten des Fensterkreuzes an der Wand, denkt über Gott nach, sieht es als Memento Mori – und am nächsten Morgen ist der Schatten nicht mehr zu sehen. Alle andere Kreuze in seinem Haus bleiben aber hängen. Das gibt ihm Sicherheit.

Es ist ein alter Mann, der die Gedichte schreibt, zusammengefasst in dem Band
Das
wort
beim
wort
genommen
Beim Erscheinen des Büchleins 2019 war er schon fünf Jahre tot. In diesen Gedichten geht es fast immer um die herbstliche Natur, die Nacht und den Tod bzw. das Warten darauf. Da zieht jemand die Bilanz seines Lebens, sieht eine Kiefer und dichtet dann:

All die nadeln
mit denen das licht
eine kiefer stickt

All die stiche
mit denen der regen
das wasser näht

All die fäden
mit denen der staub
seinen teppich knüpft

An einem abend
im herbst
glaub ich den blättern

Glaub allen
die müde sind

Fast alle Gedichte handeln von einem behutsamen Abschiednehmen vom Leben, Schritt für Schritt beendet da einer sein Tagesgeschäft, schraubt den Füller zu, ordnet die sorgfältig beschriebenen Blätter zu einem ordentlichen Haufen und geht hinaus, um von seinen Blumen – Rosen, wette ich – Abschied zu nehmen, bevor er die Fensterläden und die Türe für immer schließt.

Fast immer ist es Herbst in seinen Gedichten, die Blätter und die Bäume sind müde, alles Gestickte und Gestrickte, Genähte und Gedichtete ist vollendet – wobei er dieses Wort nicht verwenden würde. Er ist müde, denkt daran, wie bald er vergessen sein wird, sucht Trost in Gott, hadert mit ihm über den Tod eines Kindes (S. 64), wütet:

Lass mich vergessen
Dein grosses versprechen
Und wie du es leugnest

Aber bald wird er wieder demütig darum bitten:

Nimm uns in deine arme herr
nicht in dein gebet

Der wärme bedürfen wir
nicht der worte

Und das schreibt ein Wortkünstler! Es geht aber nicht nur um den Herbst des Lebens („immer ist es herbst in mir“), um „den tag, der sich davonmacht“, „das licht, das farben aus dem polster saugt“, um „stumme fensterläden“, um „winde, die nichts mehr zu sagen haben“, es geht auch um das Wiegen und Wägen am Ende des Lebens, um die große Frage, was bleibt?

Wenn der Tod „den schuhabdruck vermisst“, und „der frost, den sinngehalt der sonne mit seinem zahn“ prüft, geht es um die Frage, ob es noch offene Rechnungen gibt „die wir nicht mehr begleichen“.

Hier prüft sich einer ganz allein, ohne großes Aufheben darum zu machen, jedoch sehr genau und ohne etwas auszulassen, aber auch, ohne noch etwas zu erwarten. Einsam lebt er im Schweigen, einem Schweigen, das „im hause auf jedem stuhle sitzt, in jedem bett liegt, das mit ihm spazieren geht und nach hause zurückkehrt“. So besucht er alleine und schweigend Friedhöfe und nimmt Abschied an Gräbern, er pflanzt den Toten Rosenstöcke und wartet ruhig – aber nicht sprachlos - auf sein Ende. Er findet ungeheuer poetische Worte für diese Situation: er „pflückt schnee“ und „sieht das eis blühen“ und hofft, dass es einen Gott gibt „wenn es zeit zu zählen wird, jeder für sich“.

Ich wälze mich in der Süßigkeit der traurigen Melancholie, berausche mich an der zartbitteren Schönheit der gefundenen Bilder, seufze tief zu „Wir geben uns mühe/ doch der staub/ verwischt uns“ und blättere dann doch in den immerhin 212 Gedichten, um eines zu finden, das nicht vom Abschied und Sterben handelt. Ich finde einige Naturgedichte: „Weisser Löwenzahn“ S. 45, „Die Eiche“ (S. 50), Sterne (S. 53), doch auch hier geht es um Werden und Vergehen, um Wiedergeburt und den Wert des Ersparten, um Gott und ein verfallendes Haltbarkeitsdatum selbst der Sterne. Das Thema Sterben und Abschiednehmen, die Frage nach dem letzten Sinn, nach Gott, schimmern auch hier durch.

Dann endlich finde ich ein Gedicht übers Schreiben, das mir sehr gefällt:

Fragen

Blüht deine hand
wenn du schreibst?

Beginnt das papier
zu duften?

Kommen die worte
barfuss?

Oder weidet sie
irgendein hirte
am abgrund?

Sie suchen
die hand
die sie streichelt

Wie wunderschön. Und zugleich eine Ermahnung, liebevoll und ehrlich beim Schreiben zu bleiben, nicht gedankenlos die Worte laufen zu lassen, sondern jedes Wort einzeln zu hören, ihm seinen Raum zu lassen, jeder Zeile Klang nachzuspüren, sich Zeit zu nehmen und sie dem Gedicht zu geben. Wie schön ist es dann, wenn sich eine übermütige Schnauze in deine Hand drängt, um gestreichelt zu werden.

Philipp Luidl ist ein Großer. „Verse schaufelt er frei“ und wenn er auch damit den Tod meint, so passt es auch sehr gut auf ihn. Erschrickt er den Tod doch – mit seiner Waffe, mit seinen Gedichten. Diese bleiben, diese hat er in die Waagschale geworfen und so wurde er einer, „dem sie nachsingen“.

Zumindest hoffe ich das.

Text: Laura Held

Koleka Putuma – Kollektive Amnesie

Koleka Putuma – Kollektive Amnesie
Englisch – Deutsch
Übersetzt von Paul-Henri Campbell
Wunderhorn, Heidelberg 2020
204 Seiten, 22 Euro

Als Koleka Putumas erster Gedichtband „Collective amnesia“ 2017 erschien, war sie erst 24 Jahre alt. Der Band ging durch die Decke, heimste in Afrika und den USA jede Menge Preise ein. Ihre Gedichte schreien nach einem lauten Vortrag – Koleka Putuma ist Theaterfrau und SpokenWord-Künstlerin. Aber sie funktionieren auch, wenn frau sie zuhause alleine im stillen Kämmerlein liest.

Nun ist der Gedichtband „Kollektive Amnesie“ 2020 in der Buchreihe AfrikAWunderhorn des Heidelberger Wunderhorn Verlages erschienen und hat es auch auf die Liste der Lyrik-Empfehlungen 2020 geschafft. Der Band enthält die englische Originalversion und die deutsche Übersetzung von Paul-Henri Campbell.

Koleka Putuma ist jung, schwarz, queer, frau und arm. Sie lebt in Südafrika, derzeit in Kapstadt. Sie schreibt Gedichte, ist Dichterin und Bühnenfrau. Manche ihrer Gedichte sind eher Gesänge – hart, rhythmisch, ekstatisch, gut. Darüber, was es heißt, die lesbische Tochter eines Priesters aus Port Elizabeth zu sein in „Kein Ostersonntag für Queere“ (S.38-55). Es geht um die nördliche Vorstadt, alttestamentarisch: Dort ist sie Reue, die Schande, dort zitiert man Levitikus, wo es heißt, homosexuelle Liebe habe den Tod verdient, und um die südliche Vorstadt: Die ist neutestamentlich, ein Abschluss, ein Schock, Morde an Lesben. Der Norden sagt, ihr Körper gehört in die Hölle, der Süden sagt, auf den Müll. Wütend, poetisch, treffend.

In einem anderen Gedicht, „Freude, schwarz“ (s. 16-17) erzählt sie von der Matratze ihrer Oma. Eine einzige Matratze reichte für alle, all ihre Geschwister, Kusinen und die Nachbarkinder, und die Matratze kannte alle mit Namen. „We were home and whole“, zuhause und ganz bei uns, sagt sie und fragt dann ganz nebenbei, warum alle bei einer Erzählung aus einer armen schwarzen Kindheit nur am Leiden interessiert sind. Nicht, dass sie nicht auch das Leiden hinausschreit, in „Aufwachsen: Black & Womxan“, wo es heißt: „werde dich lehren, wie man Leichen verscharrt“ und dass Kissen ihretwegen schwere Blutungen bekommen. Nichts wird ausgelassen, nichts wird der Leserin erspart, aber sie bleibt immer genau, beobachtet scharf, findet zarte und gewaltige poetische Bilder für die kleinen Dinge und die großen Gefühle. Es gibt Gesänge über erste Schultage – hand-me-downs, Weitergereichtes (S. 20-29), damit sind die Kleider und Schulsachen gemeint, die von einem Kind zum anderen weitergegeben werden, weil kein Geld für Neuanschaffungen vorhanden ist –  über Abschlussfeiern (S. 58-63), Geburtswehen (S.110-111) und Flugangst (S. 32-33). In jeder Situation arbeitet sie messerscharf die Kränkung, das Zwischen-den-Welten-Stehen, aber auch die Liebe und den Stolz heraus. In „Weitergereichte“ heißt es „Der erste Schultag war immer ein Kampf, ein Wettbewerb, der insgesamt einige Portemonnaies plattmachte“, in der Abschlussfeier geht es tatsächlich um das Erwachsenwerden und um den Generationenkonflikt „Wenn unverarbeitete Familientraumata das Abendessen ruinieren“ und die Jungen reden wollen und die Alten schweigen.

Koleka schreibt auch wunderschöne Liebesgedichte wie „Heimkommen“ (S.64-65) über ein orgiastisches Zusammentreffen oder „21 Arten zu gehen“ (66-77), ein großartiges Liebesgedicht über eine Trennung. Da verletzt eine, schlägt um sich, schießt Pfeil auf Pfeil auf die ehemalige Geliebte ab, weil sie selbst verletzt wurde. Auch das lange Gedicht „Gelobtes Land“ (S. 80-91) handelt von einer Trennung. Koleka verwendet oft christliche Symbole, kann die Pastorentochter nicht leugnen. Immer wieder setzt sie sich mit dem „blonden, blauäugigen Jesus“ auseinander, der ihr als Kind aufgezwungen wurde. Aber sie ist stark. Sie hat überlebt. „Der liebe Gott hat mir ein Rettungsboot geschickt/ und ich/ ich bin/ das gelobte Land, heißt es am Schluss des Gedichts. Und dann doch in „In public. Unter Leute“ (S. 106-107) beschreibt sie „das Gefühl, ein Tumor zu sein“, „etwas, das am falschen Ort wächst“, das man entfernen sollte oder „eine offene Wunde“.

Da findet jemand starke Worte für Schmerz, Verlust, Geburt, Tod, Liebe. Koleka kann auch ganz kurz. In „Bekenntnis einer Sklavin und queeren Person“ (S. 128-129) heißt es lapidar: „Ich will nicht sterben/ mit erhobenen Händen/oder /die Beine breit“. Diese Zeilen gingen viral, wurden bei unzähligen Frauentreffen zitiert, gepostet, geschrien und gesungen.

In „Schwarze Solidarität“ (S. 134-139) rechnet sie mit den schwarzen Brüdern ab, seitenweise Wut, die immer neue Nägel auf den Kopf trifft. „Schwarze Solidarität schließt nicht ein, aus meiner Wirbelsäule einen Fußabtreter zu machen“ oder „in meiner Unterhose herumzustöbern“. Und weiter geht es lauthals „Ihr nennt uns Verräterinnen und Femnazis, weil wir eure Politik vom Schimmel befreien“. Dazu braucht nichts mehr gesagt oder geschrieben zu werden. So geht es weiter Schlag auf Schlag von Punkt 1 bis Punkt 11. Irre gut.

In dem Gedicht „Lifeline“ Stammbaum (S. 140-145) nennt sie nur Namen von tollen schwarzen Frauen, seitenlang, um am Schluss festzustellen: „Du wirst sagen, das ist kein Gedicht. Stimmt. Es ist keins. Es ist ein Stammbaum“. Noch Fragen?

Ebenfalls tief unter die Haut geht „Ach lieber Gott, nicht schon wieder ein Vergewaltigungsgedicht“. (S. 152-159). Daraus werde ich nicht zitieren, dass musst du lesen, wenn du Koleka Putuma kennenlernen willst, wenn du verstehen willst, was es heißt, als schwarze Frau in Südafrika aufzuwachsen – und nicht nur dort, auch ich kenne Onkels, die immer weiter eingeladen wurden. Koleka Putuma hat ein heißes Herz. Erst schmeißt sie die Bombe hin, dann stellt sie sich daneben und grinst. „Zu viele weiße Leute spielen hier draußen Gott“ (S. 169) ist keine leere Drohung.

In „Local“ Einheimisch (S. 184-185) spricht sie wieder über sich: „Ich trage/ eine Übernachtungstasche/ eine Tasche voller Tricks“ und später „Ich versuche mich zu bewegen/ ohne zu viel Aufsehen zu erregen/ wegen dem, was mir fehlt/ wegen dem, was ich verloren habe/ wegen dem, was mir gestohlen wurde“. Da ist eine unterwegs, mit Zweifeln und Dos und Don‘ts – aber sie erregt Aufsehen, und das durchaus sehr bewusst.

In „Leben nach dem Tod“ (S. 192/193) stößt sie eine eiskalte Warnung aus, fordert Gerechtigkeit, Justice, die Lettern werden immer größer, schreien dich an. Koleka Putuma prophezeit die Hölle für alle, die denken, Apartheid und Sklaverei und Kolonialismus seien vorbei, vergeben und vergessen.

Text: Laura Held

Athena Farrokhzad – Bleiweiß

 

Athena Farrokhzad – Bleiweiß
Aus dem Schwedischen übersetzt
von Clara Sondermann
kookbooks, Berlin 2019, 72 Seiten, 19,90 Euro

„Bleiweiß“ von Athena Farrokhzad, Tochter einer iranischen Familie im Exil, ist ein Gedicht in Form eines Buches, verfasst in Schwedisch., 2013 debütierte sie mit diesem Gedichtband (Vitsvit im schwedischen Original, 2019 erschien Bleiweiß in der Übersetzung von Clara Sondermann auf Deutsch.

Das ganze Gedicht besteht nur aus Sprüchen wie „Meine Mutter sagte: Es scheint, als wäre dir nie aufgefallen/ dass die Zivilisation von deinem Namen abstammt“. Es gibt fünf sprechende Personen: Die Mutter spricht, der Vater spricht, der Bruder spricht, der Onkel spricht, die Großmutter spricht. Die Autorin spricht nicht, sie schreibt die Sprüche auf, schält sie frei, ordnet sie an, lässt sie stehen.

Nur am Anfang des Gedichtes, auf den Seiten 4/5 spricht Athena Farrokhzad selbst. Sie sagt: „Meine Familie war bei unserer Ankunft marxistisch geprägt“, als allerersten Satz, damit das klar ist. Dann erzählt sie in 17 Zeilen, wie ihre Mutter das erste Weihnachtsfest in Schweden vorbereitet: „Meine Mutter ließ Bleichmittel durch ihre Syntax laufen/ Auf der anderen Seite des Satzzeichens wurden ihre Buchstaben weißer/ als ein Winter in Norrland“. Die Mutter versucht auf ihre Art, mit dem Leben im neuen Land zurecht zu kommen, „baut eine Zukunft aus Lebensquantität“, „stapelt Konserven“, sucht abends nach Rezepten. Die Tochter meint dazu: „Sich vorzustellen dass sie mir ihre Barbarei in den Mund gestopft hat“.

Nach dieser sehr intimen Abgrenzung sagt sie nichts mehr, lässt die anderen sprechen. Meist stehen nur ein oder zwei Sprüche auf einer Seite. Die anderen Familienmitglieder kommentieren durchaus das, was sie über sie schreibt: „Meine Mutter sagte: Du baust das Gedicht aus meinem Zukurzkommen/ Dann sagst du das Gedicht soll mich nicht kümmern“, „Meine Mutter sagte: Es geht um dich deine Kehle schweigt/ Mein Vater sagte: Es geht um dich dein Schweigen spricht“ „Mein Bruder sagte: Der Preis ist nie so hoch wie wenn du glaubst dass keiner bezahlt“.

Jeder einzelne Spruch trägt auch für sich, könnte als Zitat alleine in einer Anthologie stehen oder als Gedichtzeile einem Buch vorangestellt werden, wie z.B.: „Mein Vater sagte: Erst wenn du dem vergibst der dich verraten hat weißt du was Gewalt/ bedeutet“.

Alle Sprüche haben es in sich. Es geht um Familie, es geht um Exil, Sprache und Sprachlosigkeit und es geht um Revolution, Erinnerung und Verrat. Jede Person hat ein eigenes Profil: die Mutter, die am meisten spricht, die sagt: „Wenn du mich in dieser Sprache tötest darfst du sie behalten“ – bitter, klar, eigenständig; der Vater, der sagt „Arbeit für die Arbeitslosen/ Lohn für die Lohnlosen/ Papiere für die Papierlosen/ und einen Vater für dich“ – er hat nie aufgehört, ein Revolutionär zu sein und liebt seine Familie; der Bruder, der sagt: „All die Samen/ dazu verurteilt/ in diese Erde zu fallen und nie zu erblühen/ Für sie soll die Erde aufreißen“ – er bleibt sich treu, vergisst das Vergangene nicht und erhofft sich eine Zukunft, in der er anerkannt wird ohne sich zu verbiegen: „Mein Bruder spricht: Ich möchte in einem Land sterben, in dem die Menschen meinen Namen aussprechen können“; der Onkel, der am wenigsten spricht, aber wenn er spricht, spricht er vom Unfassbaren: „Mein Onkel spricht: Gibt es eine einzige Pfütze in der sich der Krieg seine blutigen Hände/ nicht gewaschen hat“ oder „Mein Onkel spricht: Es gab jene die mit jedem Sonnenaufgang hingerichtet wurden/ Es gab jene die zurückblieben und die Vollstreckung der Urteile verfolgten“. Und die Großmutter, die erstaunlicherweise diejenige ist, die eine Zukunft in dem fremden Land sieht, weise und mit wundersamen Sprüchen zitiert: „Meine Großmutter sagte: Was du auf der Schaukel verlierst, holst du dir später im Karussell/ zurück“ oder „Kleine Rotzschnute du/ Komm her ich nehme deine Maße und stricke dir einen Pullover“. Wenn die anderen Bedingungen stellen, wenn der Vater sagt: „Wenn wir nach Können geben und nach Bedarf bekommen“ und die Mutter dasselbe sagt und der Bruder sagt: „Wenn Unrecht und die Geschichte selbst enden“, dann sagte die Großmutter: „Wenn du so alt bist wie ich/ Dann werden Unrecht und Geschichte enden“.

Bleiweiß, der Titel des Gedichts, ist ein vergiftetes Weiß. Bleiweiß wurde Jahrhunderte lang zum Malen benutzt – obwohl bekannt war, dass es giftig ist – , weil es deckte, glänzte und schnell trocknete. Im Mittelalter schminkten sich damit die Frauen die Gesichter weiß, was zu Mundfäule führte. Athena Farrokhzad schreibt mit weißen Buchstaben auf schwarzen Balken auf weißen Seiten ihre Familie „Bleiweiß“, obwohl sie weiß, dass Bleiweiß giftig ist.

Text: Laura Held

Thien Tran – Gedichte

 

Thien Tran – Gedichte
Herausgegeben von Ron Winkler
Elif, Nettetal 2019, 145 Seiten, 20 Euro

Thien Tran, geboren 1979 in Ho-Chi-Minh Stadt, kam mit drei Jahren nach Deutschland, wo er den größten Teil seines kurzen Lebens verbrachte. Er studierte in Köln und schrieb seither Gedichte, bekam Preise und veröffentlichte 2009 sein Debüt "fieldings", konnte aber davon nicht leben. Er schied im Dezember 2010 in Paris aus dem Leben. 

Dieser Gedichtband erschien erst postum 2019. Als Dichter zu überleben, angesichts einer Umwelt, die dich bestenfalls für einen Spinner und Träumer und schlimmstenfalls für eine verkrachte Existenz hält, war schon immer schwierig. Diese Situation hat er in seinen Gedichten auch thematisiert: in „Haus der Freundschaft“ (S. 24) z.B., wo es heißt „meinen Stammkunden/ (Seelenverwandten und Weggefährten)/ biete ich Economy Class an/ Anti-Wellness-Paket inklusive/“ und später „bisher konnte ich jeden Monat/ meine Miete bezahlen (Einzimmerwohnung/ ohne Fenster)“ oder in „Studium abgebrochen“ (S. 66): „Sonntag ist immer/ Krise auch, schon wieder/ so ein Freiberufler“ „…offenbar fühlt sich so/ der offene Raum an. Das T-Shirt/ verschwitzt und im Einkaufwagen/ Toastbrot, Bier und Fertiggerichte“, „so in etwa der Free-time-Akrobat, der Chaos-/ Strukturalist, der Schwimmer.“ 

Sehr viele seiner Gedichte sind traurig, aber Thien Tran erfindet ganz eigene, originelle Beschreibungen und Metaphern für seine Statusbeschreibungen: In „Einsamkeit konkret“ (S.80) ist „reden nur ein Hilfswort“ und in „Tisch 17“ „zieht irgendwas nach unten. Irgendetwas/ lässt nicht los. Zu viele Container auf dem Schiff/ Container über Container.“ Seine Einsamkeit war bewusst gewählt. Denn „die Strukturen der Lüge, das Heck-/ meck der Gesichter“ (aus Nachtlektüre S. 67) interessieren ihn ebenso wenig wie „Smalltalk“, (S. 94) den er als Affengeschnatter bezeichnet, oder „Sex in the city“ (S. 96), wo es heißt: „die Samstage hasse ich am meisten“, „Empfänger verzogen“ „junge Männer und Frauen in den Einkaufszonen wie Äpfel/ oder Intensitäten“ „ich weigere mich, die Rolle des Spiegels/ zu übernehmen. Ich bin kein Konsument“.

Thien Tran ist ein Kind seiner Zeit, der ständigen digitalen Durchdringung aller Lebensbereiche. Ich stelle mir vor, dass er alleine in seiner 20qm-Wohnung sitzt, alleine mit dem Computer, sich selbst und seine Umwelt genau sezierend, analysierend, prüfend, beschreibend und dann jeden Text immer wieder seziert, analysiert, prüft, streicht, verbessert, neue Versionen erstellt, abspeichert, ausprobiert, Querverbindungen erfindet, ausrechnet, ausstreicht, immense Möglichkeiten erforscht. Immer wieder tauchen Begriffe auf wie „Resettaste gedrückt“, „Programm eliminiert die Prämissen“, „starkstrombetrieben“, „Evolution 400 000 Pixel“ oder „hoher Energieverbrauch“ , es läuft aber fast immer auf „Verlangsamung“ und „Reduktion“ hinaus, „Stecker aus der Steckdose“ gezogen, „so was wie Tastensperre“. 

Die Schönheit dieser Gedichte liegt in den überraschenden Wendungen wie „mir wuchs ein Hirschgeweih/ noch bevor ich das Wasser aufsetzte“ (Starterpaket 2.0), den teils rätselhaften, aber faszinierenden Aussagen „eine Stimme pro Kopf/ zwei Halbkreise aneinander montiert/ man geht von der Stimme aus/ nicht vom Gesicht.“, dem genau beschriebenen Nichts, für das er immer neue Wortkombinationen findet: „Farben. Farben und Kohlendioxidverbindungen/ sonst nichts“. Zudem ist die thematische Bandbreite enorm, weit mehr als „zweiundneunzig Elemente maximal/ und keines ist allein“ – so ist es in „Ein schöner Apriltag im Jahr 2008“. In „So ungefähr November“ (S. 75) macht sich wieder Schwermut breit: „Arbeitslosigkeit steht an, und Langeweile“, „eine langanhaltende, tiefgreifende und nicht/ zu unterschätzende Normalität“ „wobei ich hinzufügen sollte, dass Langeweile/ und Normalität sich immer gegenseitig bedingen/ während die Langeweile steigt“.

Keine schöne Welt, die Thien Tran beschreibt. Wo sie aber schön ist, wie in „Demokratie für alle“ (S. 104), meinem Lieblingsgedicht, da ist sie „merkwürdig schön“, an völlig unerwarteten Orten.

Text: Laura Held

Grenzenlos kurios

Ungewöhnliche Buch- und Künstlerexemplare aus dem Bestand der Bibliothek der Bundeskunsthalle

Eröffnung der Wechselausstellung:
Freitag, 24. Januar, 14 Uhr
Der Wechsel der Objekte findet alle vier Wochen statt.

Kurios, außergewöhnlich, heterogen – so lassen sich die Exponate der kommenden Ausstellung wohl am treffendsten beschreiben. Zu sehen sind unter anderem Bücher aus unserem Rara-Bestand. Er umfasst, wie der Name schon andeutet, Raritäten. Das sind beispielsweise besonders kostbare oder fragile Exemplare, oder es handelt sich um ungewöhnliche Formate. Aus diesen Gründen werden die Bücher verschlossen aufbewahrt.

Sie unterscheiden sich von „normalen“ Büchern, so zum Beispiel das Künstlerbuch The golden tower von Joachim Sartorius undJames Lee Byars, das vollkommen schwarz ist. Bei anderen Stücken ist nicht ganz eindeutig, ob es sich überhaupt um Bücher handelt, es sind eher (Buch-)Objekte. Museum in a Box von Marcel Duchamp ist eindeutig kein Buch. Es handelt sich um eine Schachtel, die 69 Miniatur-Repliken enthält: unter anderem Reproduktionen des Großen Glases auf Plexiglas, farbige Wiedergaben von Duchamps Bildern, Kopien seiner Zeichnungen, sowie eine Auswahl seiner Texte.

Der Eintritt zur Bibliothek und zur Ausstellung ist an allen Tagen frei.
Wir freuen uns auf Sie!

Kunsthistorische Datenbanken und Themenseiten im Web

Übergreifende Portale

arthistoricum.net
Virtuelle Fachbibliothek Kunstgeschichte
Herausgeber: Universitätsbibliothek Heidelberg; Institut für Kunstgeschichte München; Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Das zentrale kunsthistorische Fachportal bietet umfassende Recherche-, Informations- und Publikationsmöglichkeiten. Über den Virtuellen Katalog Kunstgeschichte, ART-Guide oder ARTicles-online können sowohl 'konventionelle' Medien als auch kunsthistorische Internetquellen und elektronische Zeitschriftenaufsätze recherchiert werden. Das Journal kunstform bietet aktuelle kunsthistorische Rezensionen, die Publikationsplattform ART-Dok ermöglicht die kostenlose Veröffentlichung kunsthistorischer Studien im WWW.- mit artlibraries.net

darin enthalten:

Überblick über kunsthistorische Datenbanken
Einen umfassenden Überblick hat die Universitätsbibliothek Heidelberg zusammengestellt:
Die Universitätsbibliothek Heidelberg betreut im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten, kooperativen Systems der überregionalen Literaturversorgung unter anderen die Sondersammelgebiete (SSG) „Europäische Kunstgeschichte bis 1945” und „Kunstwissenschaft”. Auftrag ist das umfassende und spezielle Sammeln gedruckter und elektronischer Medien zu diesem Fachgebiet mit dem Ziel, dass von jeder wissenschaftlichen Publikation wenigstens ein Exemplar in Deutschland zugänglich ist.

Bilddatenbanken

Bildarchiv Foto Marburg
Herausgeber: Bildarchiv Foto Marburg
Beschreibung: Das Bildarchiv Foto Marburg im Kunsthistorischen Institut der Philipps-Universität ist eines der größten Bildarchive zur europäischen Kunst und Architektur. Die Website informiert über die Sammlung und über die Projekte des Bildarchivs. Sie leitet weiter zu den digitalen Angeboten: Bildindex der Kunst und Architektur, Handschriftendatenbank Manuscripta Mediaevalia, Hochschulschriften und Schule des Sehens. Außerdem werden die in den Bestand integrierten Einzelsammlungen in kleinen Online-Ausstellungen präsentiert.

Bildindex der Kunst und Architektur

Herausgeber: Bildarchiv Foto Marburg
Beschreibung: Bilddatenbank mit rund 2 Mio. digitalisierten Aufnahmen zur Kunst und Architektur in Deutschland und Europa; Nachweis der Bestände des Bildarchivs Foto Marburg und zahlreicher weiterer Partnerinstitutionen, darunter auch die von 1977–2006 im Marburger Index und in acht weiteren Auslands-Indices auf Mikrofiche publizierten Materialien; die Bilddokumente werden in einem topografischen Katalog erschlossen, weitere Kategorien sind Künstler, Themen und Portraits; einfache übergreifende Suche und Expertensuche; Nachweis kunsthistorischer Magisterarbeiten und Dissertationen

prometheus
Untertitel: Das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung & Lehre e.V.
Herausgeber: prometheus – Das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung & Lehre e. V.
Beschreibung: Das digitale Bildarchiv "prometheus" führt Bildmaterial aus heterogenen Datenbanken online zusammen und stellt es für Forschung und Lehre zur Verfügung. Hierbei sind Forschungs- und Dokumentationsdatenbanken mit ausführlichen Informationen zum Objekt genau so enthalten wie Institutsdatenbanken mit wichtigen Bildern für die Lehre. Auf der Website können Bilder in Arbeitsmappen gesammelt, sortiert und zu Präsentationen für Vorträge zusammengestellt werden. Darüber hinaus ist „prometheus” ein Portal für verschiedene Lernelemente, die die Präsenzlehre ergänzen und das Selbststudium fördern.

Artstor Digital Library
Herausgeber: ARTstor
Beschreibung: ARTstor ist eine umfangreiche Bilddatenbank mit ca. 500.000 Abbildungen zu Kunst, Architektur und Archäologie. Das non-profit-Angebot wurde von der Andrew W. Mellon Foundation initiert. Es soll Forschung und Lehre durch neue digitale Technologie unterstützen. Die Mitglieder der registrierten Institutionen können Bilder suchen, diese für Vorträge in Mappen zusammenstellen etc. Es können alle non-profit-Institutionen registriert werden; den einzelnen Nutzern entstehen dabei keine Kosten. Das Angebot beschränkt sich derzeit noch auf Institutionen in USA, Kanada, UK, Australien und Neuseeland; es soll jedoch auf Europa ausgeweitet werden. Zudem wird ein Tool zur Lehre und Präsentation (Offline Image Viewer OIV) als freie Software zum Download angeboten, mit dem Bildvorträge gestaltet werden können.

Artcyclopedia
Untertitel: The Guide to Great Art on the Internet, Autor: Malyon, John
Beschreibung: Artcyclopedia ist eine übergreifende Suchmaschine für Werke der Bildenden Kunst in Museen und Institutionen weltweit. Über 180.000 Kunstwerke von über 8.500 Künstlern sind recherchierbar. Die Links leiten zu den digitalisierten Kunstwerken in den verschiedenen Sammlungen, Bildarchiven oder sonstigen Online-Ressourcen weiter. Der Großteil der Kunstwerke stammt aus dem Bereich der Malerei und der Skulptur. Die Suche erfolgt hauptsächlich über den Künstlernamen. Es kann aber auch nach Kunstwerken (Titel) und Museen recherchiert werden. Eine kombinierte Suche ist jedoch nicht möglich. Ein Browsing über verschiedene Kategorien ist möglich: Künstler alphabetisch, Stilrichtung, Land, Zeitraum, Gattung etc. Zusätzlich enthält die Site eine umfangreiche Linksammlung internationaler Museen sowie Links zu kunsthistorischen Internetquellen allgemein.

Joconde
Untertitel: Catalogue des Collections des musées de France
Herausgeber: France / Direction des Musées
Beschreibung: „Joconde” ist der gemeinsame Online-Katalog der Museen in Frankreich. Die Objekte der wichtigsten französischen Sammlungen u.a. der Bildenden und der Dekorativen Kunst sowie der Archäologie und der Ethnologie sind über verschiedene Suchoptionen in einer Datenbank recherchierbar. Die Katalogisate informieren ausführlich über die Objekte und sind häufig mit Bildern versehen. Außerdem werden einige thematische Sammlungen als Online-Ausstellungen präsentiert.

Manuskripte, Inkunabeln, Digitalisate...

Manuscripta Mediaevalia
Herausgeber: Staatsbibliothek Berlin; Bildarchiv Foto Marburg; Bayerische Staatsbibliothek München
Beschreibung: Das Fachportal "Manuscripta Mediaevalia" bietet Informationen zu mittelalterlichen Handschriften hauptsächlich im deutschsprachigen Raum. Im Zentrum des Informationsangebots steht die Handschriftendatenbank. Sie liefert Nachweise zu Handschriften und Handschriftenfragmenten. Darüber hinaus enthält das Portal digital reproduzierte Manuskripte in Volltexten, in denen virtuell geblättert werden kann, sowie einen Handschriftenkatalog online, der den direkten Zugriff auf Handschriftenbeschreibungen in digitalisierten Bestandskatalogen ermöglicht. Das Informationsangebot wird um eine Diskussionsliste für Handschriftenbearbeiter und um eine Linksammlung ergänzt. Die dauerhafte Verfügbarkeit und Pflege des Handschriftenforums wird durch die permante Zentralredaktion der mittelalterlichen Handschriftenkataloge in der Staatsbibliothek zu Berlin – mit Dependancen im Bildarchiv Foto Marburg und in der Bayerischen Staatsbibliothek München - gewährleistet.

Verteilte Digitale Inkunabelbibliothek (vdIb)
Autor: Thaller, Manfred
Herausgeber: Universität Köln / Historisch-Kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung
Beschreibung: Die Verteilte Digitale Inkunabelbibliothek ist ein DFG-gefördertes Projekt der Kölner Universitäts- und Stadtbibliothek und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Ziel ist eine möglichst repräsentative Digitalisierung der Inkunabelbestände beider Sammlungen. In Köln werden aus dem Gesamtbestand ca. 500 Titel mit den älteren Erscheinungsjahren 1460 bis 1485, in Wolfenbüttel werden ca. 500 Titel mit jüngeren Erscheinungsjahren 1485 bis 1500 digitalisiert. Der Schwerpunkt liegt bei beiden Bibliotheken auf deutschen Druckorten. Die digitalisierten Inkunabeln sind als Volltexte über eine Online-Datenbank recherchierbar. Außerdem bietet die Website weitere Informationen und Links zu Inkunabelprojekten.
P.S. Bei artguide „Manuskript” bzw „Inkunabel” eingeben lohnt sich!

Zentrales Verzeichnis digitalisierter Drucke
Herausgeber: AG Sammlung Deutscher Drucke (SDD), Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (VZG) und das Hochschul-Bibliothekszentrum (HBZ), gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
Beschreibung: Zentraler Nachweis für digitalisierte Drucke in Deutschland. Viele einschlägige Projekte oder Titel lassen sich entweder nicht oder nur sehr schwer auffinden. Um diesem Mangel abzuhelfen, bauen die AG Sammlung Deutscher Drucke (SDD), die Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (VZG) und das Hochschul-Bibliothekszentrum (HBZ), gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), seit dem 1.4.2005 ein Zentrales Verzeichnis Digitalisierter Drucke (zvdd) / Portal Digitalisierte Drucke auf, um einen zentralen Nachweis und Zugang zu digitalisierten Bibliotheksmaterialien bereitzustellen. Das Zentrale Verzeichnis Digitalisierter Drucke weist grundsätzlich alle vollständig digitalisierten Druckwerke aus, die frei über das Internet zur Verfügung gestellt werden und einem gewissen wissenschaftlichen Qualitätsstandard genügen. Verschiedene Arten von Druckwerken sind dabei eingeschlossen: Zeitungen, Zeitschriften, Musikdrucke oder „Kleinschrifttum” wie Einblattdrucke oder Flugblätter ebenso wie Monographien oder Reihen. Das Portal konzentriert sich in einer ersten Phase auf Digitalisierungsprojekte im Sinne digitaler Sammlungen oder digitaler Bibliotheken.

Linktipps: Museum und Kulturwissenschaft

Virtual Library Museen
Autor: Blank, Ralf, Herausgeber: International Council of Museums; Universität <Karlsruhe>
Beschreibung: deutsche Museen - umfassendes Portal: Adressen, Museumsrecht, Volltexte, Mailinglisten, Rezensionen... (für die Rubriken, z.b. Museumsrecht, Ausstellungsgeschichte, Museumspädagogik sind externe Autoren verantwortlich); Ausstellungsarchiv (1997–2001)

webmuseen
Untertitel: Museen und Ausstellungen im deutschsprachigen Raum
Autor: WebMuseen Verlag Schwanstetten, Herausgeber: WebMuseen Verlag Schwanstetten
Beschreibung: umfangreiches und gut strukturiertes, themenübergreifendes Museen- und Ausstellungsverzeichnis; recherchierbar nach Regionen/Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie nach Themen

euromuse
Herausgeber: Staatliche Museen Berlin
Beschreibung: Portal großer europäischer Museen: Informationen zu bedeutenden Ausstellungen und den entsprechenden Museen - klar strukturiert, gut zu bedienen

Universes in Universe
Kunst aus Asien, Afrika und Lateinamerika (Überblick über Museen, Galerien, Künstler und Biennalen usw.)

Datenbankzugänge nur für Mitarbeiter und Bibliotheksbesucher

3D-Drucker

In unserem Lesesaal steht Ihnen ein 3D Drucker (Ultimaker 2 Extended+) zur Verfügung. Mit diesem können Sie unter Anleitung eigene 3D Modelle kostenlosausdrucken.

Wenn Sie den 3D-Drucker nutzen möchten, können Sie gerne mit Ihrem 3D-Modell im STL-Format bei uns vorbeikommen. Bitte bringen Sie die Datei entweder auf einem USB-Stick oder einer SD-Karte mit. Gemeinsam bereiten wir Ihr Modell dann für den Druck vor und nehmen Einstellungen zu u.a. Größe, Qualität und Fülldichte vor.

Sie sind 3D-Druck-Profi und benötigen unsere Unterstützung für die Druckvorbereitung nicht? Dann bringen Sie Ihr Modell gleich als G-Code auf einer SD-Karte mit. Bitte beachten Sie, dass die Druckdauer 5 Stunden nicht überschreiten sollte.

Bitte melden Sie sich zuvor an – entweder per E-Mail oder telefonisch unter 0228 – 9171 213.
Nur so können wir einen reibungslosen Druckvorgang ermöglichen.

Webseiten, die Vorlagen zum Download anbieten:
www.thingiverse.com
www.myminifactory.com
www.youmagine.com

Webseiten und Programme zum Erstellen von 3D-Modellen:
www.tinkercad.com
www.sketchUp.com
www.vectary.com

Quellennachweise anzeigen
Abbildungen
  1. Blick in die Bibliothek der Bundeskunsthalle, Foto: Mark Brandenburgh, 2013 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH Foto: Mark Brandenburgh 2013 ©Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH Blick in die Bibliothek der Bundeskunsthalle, Foto: Mark Brandenburgh, 2013 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
  2. Bibliothek der Bundeskunsthalle Foto: Mark Brandenburgh 2014 ©Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
  3. Bibliothek der Bundeskunsthalle Foto: Mark Brandenburgh 2014 ©Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
  4. Bibliothek der Bundeskunsthalle Foto: Margot Flatow 2014 ©Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

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Helmut-Kohl-Allee 4
53113 Bonn
T +49 228 9171–200

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Dienstag und Mittwoch, 10 bis 21 Uhr
Donnerstag bis Sonntag, 10 bis 19 Uhr
(und an allen Feiertagen, auch denen,
die auf einen Montag fallen)

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